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Landkreis Göttingen | 2023

Empowerment von Politikerinnen
Politikerinnen empowern und Frauen für Politik begeistern, das war bereits im vergangenen Projektjahr ein besonderes Anliegen der Gleichstellungsbeauftragten aus dem Landkreis Göttingen. Auch im Jahr 2023 sollte dieses Ziel weiter verfolgt werden. So wurde die gleichberechtigte Teilhabe und Beteiligung von Frauen an politischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen gefördert. Damit wurden Frauen langfristig und nachhaltig in ihrer politischen Arbeit unterstützt. Den Anfang machte eine öffentliche Podiumsveranstaltung mit hochkarätigen Politikerinnen.

Frauen aus unserer Region in die Politik – Motivation, Erfahrungen, Forderungen
Unter dem Motto: "Frauen aus unserer Region in die Politik – Motivation, Erfahrungen, Forderungen" fand die gemeinsame Podiumsdiskussion der Gleichstellungsbeauftragten Daniela Jeksties (Landkreis Göttingen) und Julia Kögler (Landkreis Northeim) am 01.09.2023 in Bovenden statt. Neben örtlichen Politikerinnen wie Karin Wode (Kreistagsmitglied Landkreis Göttingen) und Karen Pollock (Kreistagsmitglied Landkreis Northeim) waren Politikerinnen der Bundes- sowie Landesebene Frauke Heiligenstadt (Mitglied des Bundestages), Marie Kollenrott (Mitglied des Landtages) sowie Dr. Gabriele Andretta (Nds. Landtagspräsidentin a.D.) auf dem Podium zu Gast. Moderiert wurde die Diskussion von Gwendolin Jungblut.

Ein Paritätsgesetz soll in den Parlamenten dafür sorgen, dass die Gleichberechtigung von Frauen und Männern verwirklicht wird, indem Frauen und Männer zu gleichen Teilen die Parlamente besetzen. Das war die zentrale Forderung der Podiumsdiskussion. Frauen wollen in der Gesellschaft etwas Positives verändern und selbst mitgestalten. Sie sollen mutig sein und sich nicht unterkriegen lassen. Dr. Gabriele Andretta betont in diesem Zusammenhang: "Schluss mit dem Harmonieterrorismus". Damit auch in Zukunft verstärkt Frauen ihren Weg in die Politik finden, müssen Rahmenbedingungen weiterhin angepasst und auf die Bedürfnisse abgestimmt werden. Mit Hilfe von Frauen-Stammtischen könnte in der Zukunft ein geeigneter Raum geschaffen werden, um sich gegenseitig zu unterstützen und auszutauschen.

Schlagfertigkeitstraining
„Schlagfertigkeit ist etwas, worauf man erst 24 Stunden später kommt“. Dieses Zitat von Mark Twain bringt die Ernüchterung auf den Punkt, wenn keine schnelle Reaktion auf eine unpassende Bemerkung möglich ist. Im beruflichen und im privaten Alltag werden Frauen immer wieder mit rhetorischen Attacken, Behauptungen, flapsigen Sprüchen oder kompetenzanzweifelnden Sticheleien konfrontiert. Und häufig fällt es in der akuten Situation schwer, angemessen und zugleich selbstbewusst zu reagieren.

Doch wie funktioniert Schlagfertigkeit? Welche Techniken sind erlernbar? Wie ist es möglich, in der jeweiligen Situation souverän zu bestehen und sich positiv vom Gegenüber abheben? Und wann ist es tatsächlich besser, nichts zu sagen? Genau hier setzte das Schlagfertigkeits-Seminar des Landkreises Göttingen an.

Politisch interessierte Frauen lernten dabei sich gegen verbale Angriffe anderer zu wehren, die eigene Überlegenheit zu demonstrieren und ein Zeichen für ein wertschätzendes Miteinander zu setzen. Das Interesse war sehr groß, die Workshops waren alle ausgebucht. Unter Anleitung der Referentin Gwendolin Jungblut wurde im Plenum, in Kleingruppenphasen und Rollenspielen das Thema Schlagfertigkeit diskutiert und trainiert. Neben einem umfangreichen Skript, dienten dabei Erfahrungsberichte der Teilnehmerinnen als inhaltliche Grundlage.

An vier verschiedenen Orten fand der Workshop im Landkreis Göttingen statt. Mehr Informationen finden Sie hier.

Gewalt gegen Frauen
Der Zugang zu Informationen über Gewaltschutz ist für Frauen im ländlichen Raum schwierig. Diese Situation verschärft sich, wenn Frauen zu vulnerablen Gruppen zählen, wie beispielsweise Frauen mit Behinderungen und/oder geringen Deutschkenntnissen. Eigenständig nach Beratungsstellen zu recherchieren ist vielen Betroffenen kaum möglich, eine lange Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzutreten erst recht nicht.
Die Gleichstellungsstelle des Landkreises Göttingen möchte den Zugang für Frauen aus diesen vulnerablen Gruppen mithilfe einer Broschüre zum Thema Gewalt und Gewaltschutz in einfacher Sprache und erklärenden Illustrationen erleichtern.

Ziel ist es, über Formen von Gewalt aufzuklären, diese zu erkennen und zu benennen (sexualisierte Gewalt, psychische Gewalt, ökonomische Gewalt und digitale Gewalt) und direkt Beratungsstellen im Landkreis aufzuzeigen, bei denen Betroffene Hilfe in Anspruch nehmen können. Die Profile von 15 bis 20 Beratungsstellen sind in der Broschüre zu finden. Sie wird bei einer Veranstaltung für Fachstellen, Kommunalpolitik und Presse öffentlichkeitswirksam vorgestellt – um so das Thema Gewalt gegen Frauen in besonders vulnerablen Gruppen in das Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken.

Die Broschüre wird in gedruckter Form an sozialen Knotenpunkten, in ärztliche Praxen, Lebenshilfewerkstätten, in staatlichen Einrichtungen und ähnlich frequentierten Orten ausgelegt werden.

Landkreis und Stadt Göttingen – Unterstützung für Alleinerziehende
Allein- und Getrennterziehende machen einen wesentlichen Bestandteil der Familien in Deutschland aus. Sie stehen vor besonderen Herausforderungen und brauchen gute Unterstützung. Von den rund 13 Millionen Kindern unter 18 Jahren leben inzwischen 18 Prozent mit einem Elternteil im Haushalt. In neun von zehn Fällen ist dies die Mutter. (Vgl. https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/familie/chancen-und-teilhabe-fuer-familien/alleinerziehende )

Um Alleinerziehende zu unterstützen, hat der Landkreis Göttingen in Zusammenarbeit mit der Stadt Göttingen eine Broschüre über vorhandene Beratungsangebote sowie finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten in der Stadt und im Landkreis Göttingen herausgebracht. Die Broschüre „Beratungsangebote und finanzielle Möglichkeiten für Alleinerziehende im Überblick“ möchte die finanzielle Situation von Alleinerziehenden verbessern und Frauen dabei unterstützen, ihre Existenz zu sichern und letztlich Armut zu verhindern. Für diese Ziele setzt sich das Göttinger Bündnis für Alleinerziehende (BfA) u. a. auch ein, in dem beide Gleichstellungsstellen Mitglied sind (Stadt und Landkreis Göttingen). Das BfA ist ein Zusammenschluss von Institutionen aus Stadt und Landkreis Göttingen, die mit Alleinerziehenden arbeiten und sich für eine Verbesserung der Lebenssituationen von Alleinerziehenden zusammentun.

Die Broschüre als Webversion/Download finden Sie hier.


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